Pfelder, Berlin

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Weltempfänger & Realitätsverstärker

Wer wie Pfelder seit über zehn Jahren in den Durchdringungszonen von Kunst und Wirklichkeit arbeitet, hat sich aus dem tradierten Rollenbild des Künstlers wissentlich und willentlich weit entfernt. Denn nicht der schöpferische Heros, der sein Werk gottähnlich und zum Zwecke ihrer Läuterung in eine wüste Welt stellt, dient ihm als strategisches Modell, sondern der viel reflexivere Status des produktiven Beobachters ist es, aus dem heraus er genaue Situationsanalysen eines Ortes, eines erzählerischen Kontextes oder eines mentalen Raumes gewinnt und seine betrachterbezogenen Schlüsse in Form von sparsamen Eingriffen realisiert. Er ist mithin jemand, der die Macht des Faktischen anerkennt und sie gleichwohl zu überlisten weiß, indem er das Vorhandene für einen kurzen, aber entscheidenden Moment in die Freiheit des Möglichen verrückt. . Jemand auch, der den Topos des Unbedingten, unverzichtbar für alle um Autonomie und Originalität ringenden Entwürfe, freundlich negiert und sich statt dessen einläßt auf die Handreichungen der Umstände. Nicht die Welt ist mehr zu verändern, sondern allenfalls die Wahrnehmung scheinbar bekannter Gegebenheiten des Stadtraumes, alltäglicher Verrichtungen oder landschaftlicher Erwartungen. In diesem reflektiertem Rückzug auf kleine Gesten, auf das Unprogrammatische statuierter Exempel, findet Pfelder seine spezifische Antwort hinsichtlich so allgemeiner Konditionierungen wie Utopieverlust und Sinnkrise, wie Marktgängigkeit und Karrierevollzug; Mittels dieser präzisen Operationen gelingt es ihm darüber hinaus, handlungsfähig zu bleiben und jeweils aus aktueller Perspektive in den Materialraum der Realität vorzudringen.

Harald Kunde

13.03.09 Ankunft

13.03.09 Pfelder, Berlin

28.03.09 Eröffnung

28.03.09 Rainer Ecke, Stuttgart

18.04.09 Jörg Schlinke, Stierow

30.05.09 Katja Pudor, Berlin

19.07.09 Leni Hoffmann, Düsseldorf

08.08.09 Matthäus Thoma, Berlin

12.09.09 Jan Philip Scheibe, Hamburg

12.09.09 Dorffoto - Ende